Umgang mit der Depression

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Umgang mit der Depression

Beitragvon Ulrich K. » Mi 6. Jan 2010, 12:28

MÖchte mich mal wieder gern zum Thema Depression einbringen. Ich habe das Gefühl, dass das Thema Depression in Deutschland wieder einschläft und man nicht mehr darüber spricht. Doch wie begegnen Menschen dieser Krankheit, wenn diese im Familien oder Freundeskreis auftritt und dort offen darüber gesprochen wird.
Dazu hab ich was gefunden!!!
Der Umgang mit der Krankheit
Der gesellschaftliche Umgang mit der Depressionserkrankung ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die Depression wird tabuisiert, man spricht nicht gerne darüber, was zum einen daran liegt, dass das Wissen über diese Krankheit und ihre Ursachen in der Bevölkerung meist sehr gering ist, falsche Vorstellungen und falsche Informationen in den Köpfen existieren und verbreitet werden. Zum anderen ist aber auch die Fähigkeit der Erkrankten, ihre Krankheit zu analysieren und sie den Mitmenschen zu erklären, stark herabgesetzt. Und in gesunden Tagen sieht ein Depressionsbetroffener keine Notwendigkeit, über gewesene krankhafte Schwierigkeiten zu berichten.
Es ist auch wirklich zu viel von einem Gesunden zu verlangen, dass er die Krankheit versteht. Jemanden, der mit einer Depression nicht "in Berührung" gekommen ist, ist es nahezu unmöglich, diese Krankheit mit all ihren Symptomen zu verstehen.
Jedoch ist in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung im Umgang mit der Depression wahrzunehmen ist. Die medizinische Forschung hat deutliche Fortschritte gemacht. Nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten konnten erheblich erweitert werden, auch die Verbreitung der Informationen über die biochemische Ursache hat dazu beigetragen. Es wird z.B. immer populärer, über die SAD in den Medien zu berichten, wobei das Internet als Medium einen besonders wertvollen Beitrag leistet.
Wie sollten sich Angehörige und Freunde verhalten?
Der Umgang mit einem depressiven Patienten, Freund oder Angehörigen ist nicht leicht: Menschen in einer Depression können sehr anstrengend sein, da sich ihre momentane Welt nur um ihre Befindlichkeit dreht, sie grübeln, widersprechen sich, drehen sich mit ihren Gedanken im Kreis oder sie sind still und teilen sich ihren nahestehenden Menschen nicht mit. Auch die Hilflosigkeit, die einem als Freund oder Angehöriger immer mehr bewusst wird, verunsichert enorm. Seine Hilfe besteht darin, einen klaren Knopf zu behalten, dem Betroffenen deutlich machen, dass es sich um eine Stoffwechselkrankheit handelt, die man gut behandeln kann, dass die Symptome nicht aus einem Fehlverhalten resultieren und dass er von einer vollständigen Gesundung überzeugt ist.
Sein Bestreben sollte sein, den Kranken vor ungünstigen und später zu bereuenden Entscheidungen zu bewahren, aber auch, ihm immer wieder Mut zu machen und ihm zu versichern, dass die depressiven Symptome abklingen werden.
Auch wenn es für den Gesunden nahezu unmöglich ist, die Krankheit zu verstehen und sich einzufühlen, kann er mit seiner Bereitschaft zum Zuhören, aber auch mit seinem klaren Kopf eine große Hilfe für den Betroffenen sein. Seine Aufgabe sollte es sein, die Einsicht des Betroffenen in die Krankheit vorsichtig zu fördern und dem Kranken unbedingt zu einem Arztbesuch zu bewegen. Der Depressionskranke braucht eine verständnisvolle, aber konsequente Lenkung in Richtung therapeutischer Maßnahmen, denn seine Einsichtsfähigkeit und der Antrieb, etwas für seine Heilung zu tun, sind sehr stark herab- gesetzt.
Es ist nicht sinnvoll, lange Gespräche über krankheitsbedingte Probleme, Denk- und Verhaltensweisen zu führen, man dreht sich nur im Kreis. Allen Beteiligten muss klar sein, dass die Krankheit mit ihren Symptomen nicht aus falschem Verhalten, Denken oder Fühlen entsteht. Besser ist es, den Blick nach vorne zu richten und dem Betroffenen eine therapeutische Perspektive zu geben!
Auch Mitleid und übertriebene Rücksichtnahme sind hier fehl am Platz. Auch gutgemeinte Ratschläge wie "Nimm dich zusammen!", "Schlaf dich ´mal aus!" oder "Es wird schon wieder" helfen dem Depressionsbetroffenen keineswegs! "Luftveränderung" und Urlaub ebenso wie Festivitäten können eine Depression verschlimmern, wobei jedoch ein Urlaub in der Sonne u.U. natürlich die Ursache (Lichtmangel) der Depression angehen und damit die depressiven Symptome deutlich reduzieren kann.
Je früher man in einer Krankheitsphase therapeutische Schritte in Richtung Heilung einleitet, desto leichter und schneller überwindet der Kranke die Depression, desto schneller steht er wieder voll im Leben.

Ein langer Bericht, doch für alle, besonders die Betroffenen doch sehr interessant!!
Ulrich
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Re: Umgang mit der Depression

Beitragvon Melanie » Do 28. Jan 2010, 15:58

Hallo Ulrich,
Ja, dass Thema Depression nahm nur kurz einen hohen Stellenwert in Deutschland ein. Leider ist es doch schon wieder so, das diese Krankheit belächelt wird und die Betroffenen oft allein stehen und sich wieder nicht trauen zu Ihrem Leiden zu stehen.
Du hast einen sehr interessanten Bericht verfasst, würde gern mehr von Dir lesen!!!
Einen freundlichen Gruß
Mel.
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